Im Juli 2021 explodierte eine Müllverbrennungsanlage in Leverkusen, sieben Menschen starben. Jetzt, fünf Jahre später, gibt es neue Erkenntnisse – aber die Aufarbeitung geht weiter.
Was ist passiert? Am 27. Juli 2021 kam es in einer Sondermüllverbrennungsanlage im Chemiepark Leverkusen bei Köln zu einer schweren Explosion. Dabei starben sieben Männer, 31 weitere Menschen wurden verletzt, manche schwer. Ein Tank, in dem gefährlicher Abfall gelagert wurde, war zu heiß geworden. Dadurch startete eine Kettenreaktion: Der Abfall erhitzte sich immer weiter, bis er explodierte. Anschließend breitete sich ein großes Feuer aus und weitere Tanks wurden zerstört.
Wer hilft und ermittelt? Die Staatsanwaltschaft Dortmund und die Spezialabteilung für Umweltkriminalität in Nordrhein-Westfalen (ZeUK) haben fünf Jahre lang den Fall untersucht. Das Ergebnis: Der Abfall, der die Explosion ausgelöst hat, stammte aus Dänemark. Er hatte eine sogenannte selbstzersetzende Eigenschaft, die niemand vorhersehen konnte. Gegen vier Mitarbeiter des Anlagenbetreibers Currenta wurden die Verfahren deshalb eingestellt. Das Unternehmen muss aber eine Geldbuße von 1,9 Millionen Euro zahlen. Die Staatsanwaltschaft prüft nun weiter, ob der dänische Abfallerzeuger und ein Hamburger Abfallmakler wichtige Informationen über die Gefahr nicht weitergegeben haben.
