Nach dem Tod der elfjährigen Lyhanna haben am Samstag zehntausende Menschen in Frankreich gegen sexualisierte Gewalt demonstriert; sie fordern besseren Schutz und klare Gesetze.

Was ist passiert? In Frankreich haben am Samstag in vielen Städten zehntausende Menschen demonstriert. In Paris waren es nach Angaben der Organisatoren rund 100.000. Der Auslöser war der Tod der elfjährigen Lyhanna. Sie war Anfang Juni verschwunden und später tot aufgefunden worden. Gegen den Verdächtigen, einen 41-jährigen Mann, soll es schon vorher Anzeigen wegen sexueller Gewalt gegeben haben, denen nicht nachgegangen wurde. Viele Menschen sind wütend, dass solche Hinweise offenbar nicht ernst genug genommen wurden.

Wer hilft? Hinter den Protesten steht ein großes Bündnis aus 180 Verbänden. Dazu gehören Frauenrechtsorganisationen, Kinder- und Opferschutzvereine. Sie fordern von der Politik ein großes, umfassendes Gesetz gegen sexualisierte Gewalt. Sie wollen, dass Schulen mehr aufklären, dass die Polizei und die Justiz besser ausgebildet werden und dass Betroffene schneller Hilfe bekommen. Auf den Demonstrationen haben viele Familien, junge Leute und Überlebende von sexualisierter Gewalt ihre Stimme erhoben.