Gianni Infantino will noch einmal FIFA-Präsident bleiben, und die meisten Länder finden das offenbar auch okay – nur aus Europa kommt deutliche Kritik.
Stell dir vor, du bist Klassensprecher und willst nächstes Jahr nochmal gewählt werden. Wenn dir mehr als 200 von 211 Mitschülern schon vorher Briefe schreiben, dass sie dich wieder wählen, dann steht deine Wahl eigentlich fest. So ähnlich ist die Lage gerade bei Gianni Infantino, dem Boss vom Weltfußballverband FIFA. Er hat beim großen FIFA-Treffen Ende April in Vancouver gesagt: Ich mache noch eine Runde weiter. Wenn alles klappt, wird er im März 2027 in Rabat, Marokko, ganz offiziell wiedergewählt.
Aber nicht alle finden das gut. Eine Gruppe für Menschenrechte aus Großbritannien, FairSquare, hat sich diese Woche beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) beschwert. Sie sagen: Infantino hält sich nicht an die Regeln, dass man als Sportchef eigentlich politisch neutral sein muss. Der Vorwurf: Er soll dem US-Präsidenten Donald Trump Hilfe angeboten haben.
Der Streit hängt mit einem Vorfall bei der Fußball-WM zusammen. Der US-Spieler Folarin Balogun hat im Achtelfinale gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte bekommen. Normalerweise wäre er danach für ein Spiel gesperrt worden. Aber nachdem Trump bei Infantino angerufen hat, wurde die Sperre von der FIFA-Disziplinarkommission überraschend aufgehoben – zur Bewährung, ohne Erklärung. Viele Leute fanden das komisch, weil es so aussah, als hätte Trump sich eingemischt. Infantino sagt, er habe keinen Einfluss genommen. Trump hat sich bei Infantino für die Aufhebung bedankt.
