Die EU und China haben sich in Brüssel zusammengesetzt, um über ihren wachsenden Streit im Handel zu sprechen, und einen neuen Plan vereinbart, wie sie künftig miteinander umgehen wollen.
Was ist passiert? China exportiert sehr viel mehr Waren in die EU als umgekehrt – täglich klafft nach EU-Angaben ein Handelsdefizit von einer Milliarde Euro. Am Montag trafen sich der chinesische Handelsminister Wang Wentao und EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič in Brüssel und einigten sich auf einen neuen gemeinsamen Überwachungsmechanismus: Beide Seiten wollen künftig mit denselben Daten Handelströme beobachten, Frühwarnsignale erkennen und schnell auf politischer Ebene reagieren, bevor ein Konflikt eskaliert. Šefčovič reist im Oktober nach Peking, um erste konkrete Ergebnisse zu prüfen.
Wer hilft? Auf europäischer Seite treiben Maroš Šefčovič und sein Team die Gespräche voran. Österreich versucht eine Brückenfunktion: Außenministerin Beate Meinl-Reisinger warb für einen „konsistenten, pragmatischen, europäischen“ Umgang mit China, Kanzler Christian Stocker plant für den Herbst eine Reise nach Peking. Auf chinesischer Seite sind Handelsminister Wang Wentao und Außenminister Wang Yi in den Dialog eingebunden, der auch nach Skandinavien ausgeweitet wird. Diplomatinnen und Diplomaten auf beiden Seiten arbeiten daran, das große Ganze – Partnerschaft, Wettbewerb und Rivalität – unter einen Hut zu bringen.
