Ab dem 1. Juli gelten in der EU neue Regeln für Stahlimporte, mit denen Europa seine eigene Stahlindustrie besser schützen will.

Stell dir vor, du bestellst etwas aus dem Ausland und musst dafür keinen Zoll zahlen – so ähnlich funktioniert das bisher mit Stahl aus vielen Ländern. Ab Mittwoch darf die EU aber nur noch 18,3 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr zollfrei einführen. Das sind 47 Prozent weniger als vorher, und zwar bei 26 verschiedenen Stahlprodukten. Alles, was darüber hinaus importiert wird, kostet jetzt 50 Prozent Zoll.

Warum macht die EU das? In der Welt wird gerade viel mehr Stahl produziert, als gebraucht wird – über 620 Millionen Tonnen Überkapazität. Die OECD, ein Zusammenschluss vieler reicher Länder, sagt: Hauptgrund sind große Subventionen, also staatliche Geldgeschenke, vor allem in China. Ohne Regeln würde billiger Stahl aus Asien die europäischen Hersteller unter Druck setzen. Deshalb will Brüssel mit den neuen Quoten die eigene Industrie schützen.