Die EU will prüfen, ob die Cloud-Dienste der beiden Tech-Riesen unter ein neues Digitalgesetz fallen sollen – das könnte den Wettbewerb verändern.

Die EU-Kommission in Brüssel hat eine erste Entscheidung getroffen: Die Cloud-Dienste von Amazon (AWS) und Microsoft (Azure) sollen künftig vielleicht unter den sogenannten Digital Markets Act fallen. Das ist ein EU-Gesetz, das sehr große Internetkonzerne dazu bringen soll, sich fairer zu verhalten. Bisher galten vor allem App-Stores und Suchmaschinen wie Google als betroffen – jetzt geht es erstmals um Cloud-Dienste, also um Speicher und Rechenleistung im Internet, die viele Firmen und Behörden nutzen.

AWS ist nach Angaben der EU weltweit die Nummer eins im Cloud-Geschäft, Microsoft liegt knapp dahinter. Zusammen mit anderen US-Anbietern kontrollieren sie rund zwei Drittel des EU-Cloud-Markts. Der gesamte europäische Cloud-Markt ist ungefähr 220 Milliarden Euro wert. Kritiker sagen: Das ist zu viel Macht für zwei Konzerne – wenn ein Wechsel zu einem anderen Anbieter schwerfällt, können Preise steigen und Innovationen ausbleiben.