Die EU-Länder haben sich auf neue Regeln geeinigt, die mehr Formen von Online-Kindesmissbrauch als Straftaten einstufen und Überlebenden mehr Zeit geben, um Anzeige zu erstatten.
Am 22. Juni 2026 einigten sich die 27 EU-Mitgliedstaaten auf eine neue Fassung eines EU-Gesetzes zu Straftaten gegen Kinder. Das Gesetz fügt neue Straftatbestände hinzu, darunter Grooming – also wenn ein Erwachsener über Online-Dienste eine Beziehung zu einem jungen Menschen aufbaut, um ihn zu missbrauchen. Außerdem erfasst es klar das Live-Streaming von sexuellem Kindesmissbrauch sowie mit künstlicher Intelligenz erstellte Bilder. Die neuen Regeln ersetzen eine ältere Fassung aus dem Jahr 2011, die nicht mehr zur heutigen Internetwelt passt.
Die Änderung ist auch wegen neuer Technologien wichtig. KI-Tools können mittlerweile gefälschte, aber realistisch wirkende sexuelle Bilder von Kindern erzeugen, sogenannte Deepfakes. Der Rat der EU erklärte, das Update sei "angesichts der zunehmenden Verbreitung von Deepfakes beziehungsweise KI-generiertem Missbrauchsmaterial erforderlich" gewesen – also nötig, weil sich diese gefälschten Bilder immer weiter verbreiten.
