Die EU will den CO2-Ausstoß in der Industrie weniger schnell senken als geplant. Das sorgt für Streit.
Die EU-Kommission hat am Freitag einen neuen Plan für den Emissionshandel vorgestellt. Das ist ein System, bei dem Unternehmen für jede Tonne CO2, die sie ausstoßen, ein Zertifikat kaufen müssen. Je weniger Zertifikate es gibt, desto teurer wird das Verschmutzen – und desto mehr lohnt es sich, auf saubere Technik umzusteigen. Jetzt soll es aber länger mehr Zertifikate geben als bisher geplant. Konkret: Bis 2030 sollen die Zertifikate jährlich um 4,3 Prozent weniger werden, ab 2028 um 4,4 Prozent. Von 2031 bis 2035 nur noch um 3,7 Prozent und ab 2036 sogar nur noch um 1,7 Prozent pro Jahr. Das bedeutet: Die Industrie darf länger mehr CO2 ausstoßen.
Viele Politikerinnen und Politiker sowie Umweltorganisationen kritisieren den Plan scharf. Die Grünen im Bundestag sagen, die EU schwäche damit ihr „bestes Werkzeug" im Kampf gegen den Klimawandel. Die klimapolitische Sprecherin Lisa Badum findet: Wer jetzt den Emissionshandel aufweicht, bestraft die Vorreiter und belohnt die Nachzügler. Auch die österreichische Grüne Leonore Gewessler warnt: Extreme Hitze und Dürre seien schon Realität, nur Klimaschutz helfe da noch. Umweltorganisationen fordern, das System sogar zu verschärfen statt zu lockern.
