Die EU will ihr Klimaschutzsystem namens ETS überarbeiten, damit die Wirtschaft sauberer wird – und das schneller.
Das Emissionshandelssystem der EU – kurz ETS – ist eine Art Marktplatz für das Recht, CO₂ auszustoßen. Unternehmen aus Energie, Industrie, Flug- und Seeverkehr müssen Zertifikate kaufen, wenn sie Verschmutzung verursachen. Je weniger Zertifikate es gibt, desto teurer wird Verschmutzung – und desto mehr lohnt es sich, klimafreundlich zu produzieren. Seit 2005 sind die Emissionen in den erfassten Sektoren nach Berechnungen der EU-Kommission um 50 Prozent gesunken.
Viele Unternehmen finden das System allerdings unfair, weil sie im Wettbewerb mit Firmen aus anderen Weltregionen stehen, die keine vergleichbaren CO₂-Kosten haben. Deshalb bekommen energieintensive Branchen wie die Stahlherstellung bisher einen Teil ihrer Zertifikate kostenlos. Diese kostenlosen Zertifikate sollen laut aktuellen Plänen sogar bis in die 2040er-Jahre hinein verlängert werden. Außerdem soll eine neue "Industrial Decarbonisation Bank" mit 100 Milliarden Euro helfen, saubere Technologien in der Industrie zu finanzieren.
