Die EU will ihren Emissionshandel reformieren – ein System, das seit 2005 den Ausstoß von CO2 in Europa begrenzen soll.
Stell dir vor, jede Firma in Europa bekommt eine bestimmte Anzahl an „Erlaubnis-Scheinen" für den Ausstoß von CO2. Diese Scheine heißen Zertifikate. Wer mehr ausstoßen will, muss zusätzliche Scheine kaufen. Dadurch wird sauberes Wirtschaften billiger als dreckiges. Genau das ist der EU-Emissionshandel, kurz ETS. Er wurde 2005 eingeführt und gilt als das wichtigste Klimaschutz-Werkzeug der EU.
Am 17. Juli 2026 hat die EU-Kommission in Brüssel einen Reformvorschlag vorgestellt. Die Idee: Firmen aus der Chemie- und Stahlindustrie sollen in den nächsten Jahren mehr kostenlose Zertifikate bekommen. Außerdem soll das System auf den Flugverkehr, die Schifffahrt und sogar auf Müllverbrennungsanlagen ausgeweitet werden. Ab 2028 kommt mit „ETS-2" ein zweites System für Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel dazu.
Viele Industriebosse finden die Reform überfällig. Sie sagen, die bisherigen Regeln seien zu hart und treiben Firmen aus Europa weg. Umweltpolitiker und Klima-Experten sehen das anders. Sie warnen, eine Aufweichung könnte ausgerechnet die Unternehmen bestrafen, die schon früh auf saubere Technik gesetzt haben. Auch die kommenden Generationen wären die Leidtragenden, weil Klimaschutz ihre Gesundheit und Lebensqualität sichert.
