Nach einem Auftritt bei einer AfD-Veranstaltung in Sachsen-Anhalt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Kabarettisten Uwe Steimle.

Was ist passiert? Bei einer Wahlkampfveranstaltung der AfD in Dessau-Roßlau trat der Kabarettist Uwe Steimle auf. Dort machte er Witze über Bundeskanzler Friedrich Merz und die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel. Statt der deutschen Nationalhymne sang er am Ende die Hymne der DDR, und die AfD-Politiker Tino Chrupalla und Ulrich Siegmund sangen mit. Die Staatsanwaltschaft hat daraufhin ein Verfahren eingeleitet, weil sie prüft, ob Steimle mit seinen Worten den öffentlichen Frieden gestört hat.

Wer hilft oder reagiert? Karl Graf Stauffenberg, der Enkel des Mannes, der 1944 ein Attentat auf Adolf Hitler versucht hat, hat Strafanzeige gegen Steimle angekündigt. Er findet die Witze geschmacklos und sagt, dass sein Großvater in den Schmutz gezogen werde. Auch Johannes Beleites, der Beauftragte Sachsen-Anhalts für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, hat das Singen der DDR-Hymne kritisiert. Steimles Anwalt Peter-Michael Diestel sagt, sein Mandant wolle sich mit der Staatsanwaltschaft treffen, um die Sache zu klären.