Bei einer AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau hat der Kabarettist Uwe Steimle die Hymne der DDR gesungen. Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke hat das scharf kritisiert.

Bei einer Veranstaltung der AfD in Sachsen-Anhalt hat der Schauspieler und Kabarettist Uwe Steimle am Dienstagabend das Lied „Auferstanden aus Ruinen" angestimmt – das war die Hymne der DDR. Viele Menschen im Saal haben laut Steimle mitgesungen. Er sagte: „Im Saal haben alle mitgesungen. Toll!" Er erklärte später, er habe sich mit dem Lied nichts vorzuwerfen, er sei „ein alter Linker".

Die Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur, Evelyn Zupke, hat das Singen scharf kritisiert. Sie sagte, für Menschen, die unter dem DDR-System gelitten haben, sei das eine „unerträgliche" Geschichtsvergessenheit und keine Satire. Auch der SED-Aufarbeitungsbeauftragte des Landes Sachsen-Anhalt, Johannes Beleites, sprach von einer Missachtung der Opfer. Gegen Steimle wird außerdem wegen seiner Aussagen über Politiker ermittelt.