Eine Umfrage unter 600 Händlerinnen und Händlern zeigt: Der deutsche Einzelhandel hat momentan mit großen Problemen zu kämpfen, und viele blicken sorgenvoll auf das Jahr 2026.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat 600 Geschäfte befragt, wie es ihnen aktuell geht. Das Ergebnis ist deutlich: 63 von 100 befragten Unternehmen sagen, dass sich ihre Lage im ersten Halbjahr 2026 verschlechtert hat. Vor einem Jahr waren es noch 51 von 100. Der Präsident des Verbandes, Alexander von Preen, sagt dazu: „Die Situation ist noch dramatischer als sie es im eher bescheidenen Vorjahr bereits war.“ Er vergleicht die Stimmung sogar mit dem zweiten Lockdown während der Corona-Pandemie.
Die Gründe für die schlechte Laune sind vielfältig. 79 Prozent der Händlerinnen und Händler sagen, dass ihre Kundinnen und Kunden weniger einkaufen als früher. 55 Prozent ärgern sich über zu viel Bürokratie. Preise und der Mindestlohn machen jeweils 48 Prozent der Befragten Sorgen. „Das Problem für viele Unternehmen sind die steigenden Kosten für Beschäftigung, Energie und Wareneinkauf - bei gleichzeitig stagnierenden Umsätzen“, erklärt von Preen.
Wie sieht der Ausblick aus? Der HDE rechnet für 2026 mit einem Gesamtumsatz von 697,4 Milliarden Euro im deutschen Einzelhandel. real - also bereinigt um Preissteigerungen - nur 0,5 Prozent. Im stationären Handel - also in den Geschäften vor Ort - soll es ungefähr so laufen wie im Vorjahr. Nur 18 Prozent der Befragten erwarten steigende Einnahmen. Rund zwei Drittel rechnen sogar damit, dass sie 2026 weniger Geld einnehmen werden als 2025.
