Eine verfallene Betoninsel mitten in der Ostsee hat einen neuen Besitzer: Ein österreichisches Unternehmen hat sie für 60.000 Euro ersteigert und will dort vielleicht Hochzeiten feiern.
Vor der Insel Rügen, ungefähr zwei Kilometer vom Festland entfernt, steht mitten im Wasser eine kleine Betonplattform. Sie heißt "Ostervilm" und ist 250 Quadratmeter groß – ungefähr so groß wie eine große Wohnung. Früher gehörte die Anlage der DDR-Volksmarine. Auf dem Meeresboden unter der Plattform lagen zwei Kabelschleifen. Wenn ein Kriegsschiff darüberfuhr, wurde sein Magnetfeld neutralisiert. So konnte das Schiff feindliche Minen nicht mehr auslösen. Gebaut wurde die Station in den 1950er-Jahren. Drei Soldaten lebten dort immer für eine Woche, kochten selbst und wurden dann ausgetauscht.
Nach dem Fall der Mauer 1990 wurde die Volksmarine aufgelöst. Niemand brauchte die Plattform mehr. Später wollte ein Architekt aus Düsseldorf dort einen Ort der Ruhe aufbauen, eine Art "Sanatorium für die Seele". Das Geld reichte aber nicht. Über die Jahre verfiel die Anlage: Fenster sind kaputt, Wände veralgen, Möwen und Kormorane haben sich breitgemacht.
