Am 30. Juni 2026 wurde im Berliner Bode-Museum ein großes Porträt der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel enthüllt – gemalt hat es ein junger Künstler.
Das Porträt zeigt Merkel in einem blauen Blazer, ganz ohne ihre berühmte „Raute“ – also ohne die Handstellung, für die sie während ihrer Amtszeit bekannt war. Die „Zeit“ schreibt, das Bild wirke „leuchtend“, der Blick sei „hell, aber allzu begütigend will die Altkanzlerin nicht wirken“. Merkel selbst sagte schmunzelnd: „Da häng ich dann eben“. Auf die Frage, wie es sei, langsam Geschichte zu werden, antwortete sie: „Es ist komisch, wenn man langsam Geschichte wird“. Das Bild soll ein wenig zeigen, dass die Amtsjahre Spuren hinterlassen haben – die frühere Kanzlerin sieht auf dem Porträt „ein wenig mitgenommen“ aus.
Gemalt hat das Werk Jérémie Queyras, ein 28 Jahre alter deutsch-französischer Künstler aus Freiburg, der bisher kaum bekannt war. Er bewirb sich mit einem handschriftlichen Brief und schrieb darin: „Obwohl meine Kunst hauptsächlich abstrakt ist, kehre ich des Öfteren zur klassischen Malerei zurück. Sie ahnen nun bestimmt schon, weshalb ich Ihnen schreibe“. Merkel lud ihn im April 2025 zu einem Treffen ein und beschrieb ihn später als „lebensoffenen Menschen“. Sein Atelier lag nur wenige Minuten von Merkels Wohnung entfernt, in der Nähe des Pergamon-Museums auf der Museumsinsel.
