Ein US-Arzt hat sich in Afrika mit Ebola angesteckt und wurde in Berlin wieder gesund – das zeigt, wie gut die Charité für solche Notfälle vorbereitet ist.
Was ist passiert? Ein Arzt aus den USA hat in der Demokratischen Republik Kongo Menschen geholfen und sich dabei mit dem Ebola-Virus angesteckt. Sein Zustand war zeitweise so schlecht, dass die Ärzte in Berlin Sorge hatten, er könnte den Flug nach Deutschland nicht überleben. Auf der Sonderisolierstation 59 der Charité wurde er rund zwei Wochen lang behandelt – mit einem experimentellen Mittel namens MBP134 und dem auch bei COVID-19 eingesetzten Wirkstoff Remdesivir. Inzwischen ist er wieder gesund und durfte die Klinik verlassen. Seine Frau und die vier Kinder, die mit ihm in Quarantäne waren, hatten keine Symptome.
Wer hilft? Die Charité gehört zu einem Netzwerk deutscher Spezialstationen, die sich auf gefährliche Erreger vorbereiten. Im Ernstfall arbeiten dort 15 Ärztinnen und Ärzte und mindestens 30 Pflegekräfte im Schichtdienst. Sie tragen spezielle Schutzanzüge, die sie wegen der Belastung höchstens drei Stunden am Stück anbehalten dürfen, und kontrollieren sich gegenseitig über Funk. Der Charité-Virologe Christian Drosten hat zudem einen PCR-Test für den seltenen Ebola-Stamm entwickelt, der heute Laboren auf der ganzen Welt zur Verfügung steht.
