Einige Verbände wollen, dass Geschäfte in Deutschland häufiger sonntags öffnen dürfen – die Gewerkschaft Verdi ist dagegen.
In Deutschland sind die Regeln fürs Sonntagsöffnen ziemlich streng. Je nach Bundesland dürfen Läden nur wenige Sonntage im Jahr aufhaben – zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen und Berlin bis zu acht Mal, in den meisten anderen Ländern vier Mal und in Baden-Württemberg nur drei Mal. Der E-Commerce-Verband Bevh sagt: Das passt nicht mehr zur heutigen Zeit. Viele Menschen shoppen am liebsten online, und das geht schließlich auch sonntags. Deshalb sollte auch der normale Laden im Ort öfter aufmachen dürfen.
Unterstützung kommt vom Handelsverband HDE und vom DIHK-Präsidenten Peter Adrian. Er will sogar das Grundgesetz ändern lassen, weil dort die Sonntagsruhe fest verankert ist. Verdi ist klar dagegen: Die Gewerkschaft sagt, dass der Sonntag für die Beschäftigten im Handel der einzige Tag ist, an dem sie wirklich sicher frei planen können. Ohne diesen Tag fehle Zeit zum Erholen.
Eine Umfrage zeigt: 43 Prozent der Befragten fänden häufigere Sonntagsöffnungen gut, 50 Prozent lehnen sie ab. Jüngere Leute und Männer sind tendenziell offener dafür als ältere Leute und Frauen. In manchen Bundesländern wie Schleswig-Holstein gibt es schon Ausnahmen für kleine automatische Läden auf dem Land. Ob sich bundesweit etwas ändert, ist noch offen – die Debatte läuft.
