Zwei Kosmonauten aus Russland und ein Astronaut aus den USA sind am Dienstagabend mit dem Raumschiff Sojus MS-29 an der Internationalen Raumstation ISS angedockt.
Die Sojus-Rakete startete in Baikonur in Kasachstan und brauchte nur rund drei Stunden bis zur ISS. An Bord waren die Russen Pjotr Dubrow und Anna Kikina sowie der US-Amerikaner Anil Menon. Für Menon ist es der erste Flug ins All, für seine beiden Kollegen der zweite. Auf der Station arbeiten sie künftig rund acht Monate lang.
Das Trio gehört zur 75. Langzeitmission auf der ISS. Dort warteten schon die US-Astronauten Jessica Meir, Jack Hathaway und Chris Williams, die Französin Sophie Adenot sowie die russischen Kosmonauten Sergej Kud-Swertschkow, Sergej Mikajew und Andrej Fedjajew von der vorherigen 74. Mission. Insgesamt leben und forschen jetzt zehn Menschen gleichzeitig im Orbit.
Für Menon hat die Reise eine besondere Bedeutung: Seine Mutter hat ukrainische Wurzeln. Gerade deshalb ist es ein Zeichen, dass er gemeinsam mit russischen Kosmonauten startet, obwohl die Beziehungen zwischen den Ländern wegen des Ukraine-Kriegs schwierig sind. Anwesend waren bei dem Start auch der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Bakanow, und der NASA-Administrator Jared Isaacman. Es war der erste Besuch eines NASA-Chefs in Baikonur seit acht Jahren.
Die ISS ist ein Gemeinschaftsprojekt von NASA, Roskosmos, der europäischen ESA sowie den Raumfahrtagenturen Kanadas und Japans. Seit 1998 kreist sie um die Erde und ist die bislang langlebigste Raumstation. Mit dem neuen Trio bleibt die Partnerschaft im All vorerst bestehen, während auf der Erde gleichzeitig über Sanktionen und politische Spannungen gestritten wird. Isaacman bedankte sich bei Roskosmos und sagte: „Die in den vergangenen Monaten geleistete Teamarbeit spiegelt die Professionalität und das Engagement aller Beteiligten wider".
