Ein kleines, aber berühmtes Opernhaus in Wien stellt seinen Betrieb für mindestens eine Saison ein. 3.500 Menschen haben schon eine Unterschriftenliste gegen die Schließung unterschrieben.

Was ist passiert? Die Wiener Kammeroper hat am Dienstagabend ihre letzte Vorstellung für längere Zeit gespielt. Auf dem Programm standen zwei kurze Opern: „Lady Magnesia" von Mieczysław Weinberg und „Zweimal Alexander" von Bohuslav Martinů. In beiden Stücken geht es um eifersüchtige Männer, die schnell zur Waffe greifen – trotzdem waren die Werke laut Berichten witzig und absurd. Mit dabei waren die Sängerin Josefine Göhmann, der Bariton Jacob Phillips und der Dirigent Irene Delgado-Jiménez mit dem Kammerorchester. Das Haus ist eine kleine Spielstätte des MusikTheaters an der Wien und wurde 1953 vom ungarischen Dirigenten Hans Gabor gegründet.

Wer hilft? Die Leitung des Theaters und Intendant Stefan Herheim kämpfen um den Erhalt des Hauses. Herheim sagt, schnelle Sparbeschlüsse würden viel kaputt machen, weil jeder Euro, der in Kultur fließt, in Wien das Dreifache zurückbringt. Auch Wiens Kulturstadträtin Veronika Kaup-Hasler hat angekündigt, dass sie die geplanten Kürzungen nicht einfach hinnehmen will. Eine Petition, die 3.500 Menschen unterschrieben haben, fordert, dass die Kammeroper weiter spielen darf. Das Haus hat eine große Geschichte: Stars wie Angela Gheorghiu, Lotte de Beer und Eberhard Waechter haben dort einmal angefangen.