Bei den Wiener Festwochen läuft das Stück „Dark Noon“, das die brutale Eroberung Amerikas durch Europäer aus einer völlig neuen Perspektive zeigt.
Was passiert ist: Das Theaterstück „Dark Noon“ von Regisseur Tue Biering erzählt die Geschichte der europäischen Auswanderung nach Amerika im 19. Jahrhundert. Es benutzt dafür die Bildsprache von Westernfilmen – aber mit einem entscheidenden Unterschied: Die südafrikanischen Schauspielerinnen und Schauspieler malen sich weiß an und setzen blonde Perücken auf, um die weißen Europäer darzustellen. So wird die übliche Rollenverteilung umgedreht. Das Stück zeigt, wie die Siedler Land raubten, Ureinwohner vertrieben und Menschen versklavten. Auch das Publikum wird einbezogen: Einige Zuschauer werden auf die Bühne geholt und in einem nachgespielten Sklavenmarkt versteigert.
