Am 3. Juni 2026 stimmen alle 193 UN-Mitgliedstaaten in New York darüber ab, wer für zwei Jahre einen nicht-ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat bekommt – Deutschland bewirbt sich mit Österreich und Portugal.
Stell dir vor, 193 Länder schicken Vertreter nach New York und drücken in einer großen Halle gleichzeitig auf Knöpfe. Genau so sieht die Wahl zum UN-Sicherheitsrat aus. Deutschland möchte für die Jahre 2027 und 2028 einen der Sitze bekommen, die jedes Jahr neu vergeben werden. Dafür braucht es eine Zweidrittelmehrheit – also sehr viele Ja-Stimmen. Gewinnen würde Deutschland nur dann, wenn mindestens rund 128 Länder zustimmen. Das ist gar nicht so einfach, weil auch Österreich und Portugal auf die gleichen Plätze schielen.
Was bringt so ein Sitz eigentlich? Der Sicherheitsrat entscheidet darüber, ob es in einem Land Friedenstruppen gibt, ob Sanktionen verhängt werden oder ob ein Waffenembargo in Kraft tritt. Fünf Länder haben dort auf Dauer einen Platz mit Vetorecht: die USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich. Sie können jeden Beschluss stoppen. Deutschland würde nur einen der zehn Sitze bekommen, die alle zwei Jahre neu gewählt werden – ohne Vetorecht, aber mit wichtiger Stimme.
Für Deutschland sprechen laut Außenminister Wadephul die Größe der deutschen Wirtschaft, viel Geld für die UN und das Engagement in Krisen. Außerdem haben sich die USA in letzter Zeit aus vielen UN-Organisationen zurückgezogen, wodurch Deutschland als verlässlicher Partner noch wichtiger geworden sei. Die Kampagne trägt die Worte Respekt, Gerechtigkeit, Frieden. Kritiker werfen Deutschland jedoch vor, sich nicht in allen Konflikten gleich zu verhalten. Russland versuche zudem, mit Falschinformationen andere Länder gegen Deutschland aufzubringen.
