Seit 2021 haben mehr als 50.000 Menschen, denen das NS-Regime die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen hatte, endlich den deutschen Pass bekommen.
Stell dir vor, dir oder deiner Familie wird der Pass weggenommen, obwohl ihr in Deutschland lebt. Genau das ist vielen Jüdinnen und Juden und anderen Verfolgten zwischen 1933 und 1945 passiert. Damals verloren sie ihre deutsche Staatsangehörigkeit. Über 80 Jahre später können sie oder ihre Kinder den Pass jetzt zurückbekommen. Das nennt man Wiedergutmachungseinbürgerung. Seit 2021 gibt es dafür ein neues, einfacheres Gesetz. Mehr als 50.000 Menschen haben inzwischen den deutschen Pass auf diesem Weg erhalten.
Dass das überhaupt möglich wurde, liegt auch am Druck aus dem Bundestag. Der Linken-Politiker Ferat Kocak hat die Bundesregierung mit Fragen zu den Zahlen konfrontiert. Er kritisiert allerdings, dass die Behörden sehr langsam arbeiten. Es wurden fast doppelt so viele Anträge gestellt, wie Pässe ausgehändigt wurden. Viele Antragsteller warten also noch. Kocak fordert deshalb mehr Personal und schnellere Verfahren.
