In Österreich werden die Regeln für Kinder in Deutschförderklassen ab Herbst 2026 gelockert, damit weniger Schülerinnen und Schüler ein Schuljahr verlieren.

Was ist passiert? In Österreich gibt es seit 2018/19 eigene Deutschförderklassen für Kinder, die aus dem Ausland kommen und beim Einstufungstest MIKA-D nicht gut genug abschneiden. Dort bekommen sie bis zu zwei Jahre lang maximal 20 Stunden pro Woche Deutsch-Unterricht – getrennt von der Stammklasse. Nur in Fächern wie Werken, Musik oder Turnen sind sie mit den anderen zusammen. Von den 22.800 Schülerinnen und Schülern, die im Schuljahr 2022/23 neu diesen „außerordentlichen" Status bekommen haben, musste etwa ein Viertel die Klasse wiederholen. Derzeit sind über 48.000 Kinder in solchen Förderklassen.

Wer hilft? Bildungsminister Wiederkehr hat ein Paket vorgestellt, das ab dem Schuljahr 2026/27 gilt. Dann können Schülerinnen und Schüler auch dann aufsteigen, wenn ihr MIKA-D-Ergebnis nur „mangelhaft" ist – solange sie in allen anderen Fächern positiv beurteilt werden und die Klassenkonferenz eine gute Prognose gibt. Außerdem fällt die starre Pflicht, ab acht betroffenen Kindern sofort eine eigene Klasse einzurichten. Viele Schulen sollen stattdessen Modelle testen, in denen Deutsch direkt in der normalen Klasse gefördert wird. Dazu kommt eine verpflichtende Sommerschule ab 2025 und zusätzliches Personal für Schulen mit besonders vielen Kindern aus bildungsfernen Familien – das nennt sich „Chancenbonus".