In Berlin wurde zum ersten Mal festgelegt, was die Bundeswehr an Schulen darf und was nicht – darüber wird gerade viel gestritten.
Stell dir vor, plötzlich steht ein Soldat in deiner Klasse und erzählt von Krieg, Frieden und Sicherheit. Genau darum geht es in einer neuen Vereinbarung des Berliner Senats. Jugendoffiziere der Bundeswehr dürfen weiter an Schulen Vorträge halten, zum Beispiel über die Aufgaben der Armee oder über Sicherheitspolitik. Solche Besuche gab es schon lange, aber jetzt gibt es zum ersten Mal klare Regeln dafür.
Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) sagt dazu: „Junge Menschen wollen verstehen, was in der Welt um sie herum geschieht.“ Ihrer Meinung nach bekommen Schülerinnen und Schüler so die Chance, sich selbst eine Meinung zu bilden. Wichtig ist dabei: Wenn ein Thema in der Gesellschaft umstritten ist, soll es auch im Unterricht aus verschiedenen Blickwinkeln vorgestellt werden. Lehrkräfte dürfen euch also nicht ihre eigene Meinung aufzwingen.
Doch nicht alle finden das gut. Die Linksfraktion und die Partei BSW kritisieren die Vereinbarung. Auch die Bildungsgewerkschaft GEW ist dagegen. Ihre Berliner Chefin Felicia Kompio sagt: Mit der Regelung werde der Einfluss der Bundeswehr auf die Schule „systematisch ausgebaut und institutionell verankert“. Die GEW befürchtet, dass Schule kein Ort für Werbung neuer Soldatinnen und Soldaten sein darf. Ihr Slogan dazu: „Klassenzimmer sind keine Rekrutierungsräume.“
