Forschende aus vier deutschen Instituten warnen: Kriege werden wieder als normales Mittel der Politik benutzt – und die Weltordnung bröckelt.

Was ist passiert? In Berlin wurde am 8. Juni 2026 das Friedensgutachten vorgestellt. Das ist ein Bericht, den jedes Jahr Forschende aus vier Instituten schreiben: vom IFSH in Hamburg, vom BICC in Bonn, vom Institut für Entwicklung und Frieden an der Universität Duisburg-Essen und vom Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung. Sie sagen: Immer mehr Regierungen führen Krieg, weil sie es können – und nicht, weil es wirklich keine andere Lösung gibt. Kriege seien „ein gängiges, probates Mittel, um politische Ziele durchzusetzen“, schreiben sie. Die Vereinten Nationen würden oft gar nicht erst eingeschaltet, um Konflikte zu schlichten. Außerdem steigen die Rüstungsausgaben weltweit stark an, während die Rüstungskontrolle schwächer wird.

Wer hilft? Die Forschenden selbst machen Vorschläge, was getan werden muss. Sie fordern von Deutschland, dass es sich klar an das Völkerrecht hält – also an die Regeln, die für alle Staaten gelten. Egal, ob ein Verbündeter oder ein Gegner diese Regeln bricht, Deutschland soll das deutlich sagen. Außerdem soll Deutschland internationale Organisationen wie die UN stärken, in Europa unabhängiger von den USA werden – zum Beispiel bei Waffen, KI und Rohstoffen – und die Entwicklungszusammenarbeit nicht weiter kürzen. Denn Hilfe für arme Länder sei ein „Gegenpol zur Willkür der neuen Kriegsfürsten“, so die Forschenden.