Wiens Bürgermeister Michael Ludwig hat sich hinter Walter Ruck gestellt und glaubt nicht, dass der Chef der Wirtschaftskammer Wien zurücktreten muss.
In den Magazinen profil und Krone ist ein Protokoll aufgetaucht, das aus einem kleinen, vertraulichen Gespräch stammen soll. Darin soll Ruck unter anderem über Vertreter der Industrie und über Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer hergezogen haben. Ruck selbst hat sich bisher nicht öffentlich dazu geäußert.
Viele aus der Wirtschaft und aus der ÖVP haben Ruck daraufhin kritisiert. Der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer nannte die Wortwahl „klar abzulehnen“, und IV-Generalsekretär Christoph Neumayer sagte, das Vertrauen in Ruck sei „zutiefst erschüttert“. Gleichzeitig meldete sich der sozialdemokratische Wirtschaftsverband SWV Wien zu Wort und meinte: „Er weiß, was jetzt zu tun ist“ – also: zurücktreten.
Ludwig hingegen stützt Ruck. Er sagt, sie arbeiten seit Jahren gut zusammen, etwa an einer gemeinsamen HTL und an der Zukunftsvereinbarung zwischen Stadt und Wirtschaftskammer. Auf die wirtschaftliche Bilanz Wiens verwies er: drei Jahre Wachstum in Folge und so viele Beschäftigte wie nie zuvor. Den Vorwurf, bei der Bestellung des früheren ÖVP-Chefs Manfred Juraczka zum zweiten Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien sei Freunderlwirtschaft im Spiel gewesen, wies Ludwig zurück.
