Der brandenburgische Minister René Wilke hat gesagt, dass in der Politik viel zu viel Hektik herrscht – und dass mehr Zeit für gute Entscheidungen nötig ist.

Stell dir vor, du musst ständig sofort antworten, springst von einem Thema zum nächsten und hast nie Zeit, in Ruhe nachzudenken. Genau das beschreibt René Wilke, der als Minister für Arbeit und Gesundheit in Brandenburg arbeitet. Er sagt: "Wir springen viel zu oft von einem Thema ins nächsten, von einer Akutsituation in die nächste." Damit meint er, dass Politikerinnen und Politiker oft gar nicht genug Zeit haben, Probleme richtig zu durchdenken.

Wilke findet diesen Zustand "schizophren" – also widersprüchlich. Die Wählerinnen und Wähler wollen eigentlich gut durchdachte Lösungen. Aber wenn Politiker nicht schnell sichtbare Ergebnisse liefern, werden sie bei Umfragen und Wahlen bestraft. Das setzt alle unter Druck, immer sofort zu reagieren, statt in Ruhe zu planen.

Eine besondere Erfahrung hat Wilke selbst gemacht: Er hat im Juni geheiratet und ist mit seinem Partner auf den Jakobsweg in Nordspanien gewandert. Beim Pilgern – also langsamen Wandern über viele Tage – kann man zur Ruhe kommen. "Aber man hat Zeit, nachzudenken, zu reflektieren und Dinge zu verarbeiten", sagt Wilke. Außerdem lernt man Land und Leute ganz anders kennen, weil man sich Zeit lässt.