Forschende haben untersucht, wie Antibiotika in 186 Ländern genutzt werden – das Ergebnis zeigt: Viele Länder machen es falsch.
Die WHO teilt Antibiotika seit 2017 in drei Gruppen ein. "Access" sind einfache Mittel gegen häufige Infektionen. "Watch" sind stärkere Mittel, bei denen die Gefahr von Resistenzen höher ist. "Reserve"-Antibiotika sind allerletzte Mittel, die nur bei sehr schweren Infektionen mit Keimen eingesetzt werden, die gegen andere Antibiotika schon resistent sind.
Die Studie zeigt: In vielen Ländern werden zu viele "Watch"-Mittel verordnet, obwohl einfache "Access"-Mittel reichen würden. Gleichzeitig bekommen Menschen in armen Ländern oft gar nicht die Antibiotika, die sie brauchen. Auch Deutschland gehört zu den Ländern, die zu viele "Watch"-Antibiotika verwenden.
Tim Eckmanns vom Robert Koch-Institut sagt, das liegt auch an deutschen Leitlinien, die oft "Watch" empfehlen, obwohl "Access" reichen würde. Er fordert, dass Ärztinnen und Ärzte genauer hinsehen, welches Mittel wirklich nötig ist.
