Eine Studie zeigt, dass monatelange Isolation auf einer Forschungsstation in der Antarktis bei der Besatzung zu Misstrauen und leichter Paranoia führte.

Stell dir vor, du verbringst fast ein Jahr mit elf anderen Leuten auf einer kleinen Station, mitten im ewigen Eis. Die nächste Küste ist 950 Kilometer entfernt, und monatelang ist es draußen stockdunkel. Genau das haben Forscherinnen und Forscher 2005 auf der Concordia-Station in der Antarktis erlebt.

Zwölf Leute lebten zehn Monate lang zusammen, trugen Sensoren und füllten Fragebögen aus. Die Wissenschaftler wollten wissen, wie sich extreme Isolation auf das Team auswirkt. Das Ergebnis: Statt sich näherzukommen, wurden viele misstrauisch. Manche dachten, andere würden über sie lästern oder ihnen Schaden wollen – das nennen Psychologen leichte Paranoia.

Co-Autor Jan Schmutz von der Universität Zürich sagt: 'Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, soziale Dynamiken früh zu erkennen und Teams gezielt zu unterstützen.' Die Forscher hoffen, mit diesem Wissen später lange Weltraum-Missionen zum Mond und zum Mars sicherer zu machen. Das zeigt, wie entscheidend gute Kommunikation und Teamwork sind – nicht nur im Eis, sondern überall, wo Menschen eng zusammenarbeiten.