In Israel haben Dutzende ultraorthodoxe Demonstranten das Privathaus eines wichtigen Richters gestürmt und dabei Sachschäden angerichtet.
Am Mittwochabend hat eine größere Gruppe ultraorthodoxer Israelis das Haus von Richter Noam Sohlberg in einer Siedlung im Westjordanland gestürmt. Sie schlugen Fenster ein, zerstörten Blumentöpfe und beschädigten ein Auto. Die Polizei kam schnell und nahm Dutzende Menschen fest. Der Hintergrund: In Israel wird seit Jahren darüber gestritten, ob ultraorthodoxe Männer zur Armee müssen. Das Oberste Gericht hatte 2024 entschieden, dass auch sie Wehrdienst leisten müssen. Viele Ultraorthodoxe lehnen das ab, und Richter Sohlberg setzt sich besonders für die Durchsetzung der Wehrpflicht ein.
Die Frau des Richters, Meira Sohlberg, sagte Reportern, sie und ihr Mann seien Kinder von Holocaust-Überlebenden. Sie fragte: 'Wie kann es sein, dass Juden einander so etwas antun?' Die Polizei betonte, dass Protest wichtig sei, aber niemand dabei Gewalt anwenden oder Häuser beschädigen dürfe. Auch die israelische Regierung verurteilte den Angriff. Allerdings hängt der Ministerpräsident politisch am ständigen Streit mit den ultraorthodoxen Parteien, die in seiner Koalition mitregieren.
