In Albanien protestieren seit Wochen Tausende Menschen gegen ein riesiges Tourismusprojekt, an dem die Familie von US-Präsident Trump beteiligt ist – und fordern auch den Rücktritt des Ministerpräsidenten.
Was ist passiert? Seit Ende Mai gehen in Albanien jeden Abend Menschen auf die Straße. Der Grund: An der Küste, rund 150 Kilometer von der Hauptstadt Tirana entfernt, soll im Naturschutzgebiet Vjosa-Narta ein Luxus-Urlaubsresort gebaut werden. An dem Projekt sind Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, und dessen Frau Ivanka Trump beteiligt. Auch die nahe Lagune, in der Flamingos und Zugvögel rasten, ist betroffen. Auslöser der Proteste war, dass plötzlich Bagger und mit Stacheldraht gesicherte Bauzäune an einem Strand in Zvernec auftauchten. Viele Demonstranten tragen Plakate mit rosa Flamingos, die Protestbewegung nennt sich deshalb "Flamingo-Revolution". Auf Schildern steht zum Beispiel "Albanien ist nicht zu verkaufen". Inzwischen werden gegen 27 weitere Demonstranten Strafverfahren geführt, weil sie gegen die öffentliche Ordnung verstoßen haben sollen; Anfang der Woche waren es bereits 35. Insgesamt gibt es nun also rund 60 laufende Verfahren.
