In Erfurt trifft sich die AfD zu ihrem Bundesparteitag – gleichzeitig gehen Zehntausende friedlich dagegen auf die Straße, und die Polizei ist mit einem riesigen Aufgebot im Einsatz.

Die AfD (Alternative für Deutschland) hält am 4. und 5. Juli ihren Bundesparteitag auf dem Messegelände in Erfurt ab. Dort will die Partei unter anderem ihre Parteispitze neu wählen; die bisherigen Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla sollen voraussichtlich im Amt bestätigt werden. Aus Thüringen bewirbt sich der 51-jährige Bundestagsabgeordnete Stefan Möller um einen Posten als stellvertretender Bundessprecher. Er vertritt zusammen mit Björn Höcke den dortigen AfD-Landesverband.

Gleichzeitig werden in Erfurt bis zu 50.000 Gegendemonstrantinnen und Gegendemonstranten erwartet. Die meisten wollen friedlich protestieren, darunter Familien, Gewerkschaften wie der DGB, Fridays for Future, Omas gegen rechts, Kirchen, Wohlfahrtsverbände, Fahrradclubs und viele Parteien. Sie wollen zeigen, dass sie mit den Positionen der AfD nicht einverstanden sind. Die Polizei rechnet allerdings auch mit etwa 2.500 gewaltbereiten Personen, die Steine werfen oder Ausschreitungen auslösen könnten – das ist ein sehr kleiner Teil der Demonstrierenden, aber die Sicherheitsbehörden nehmen diese Gefahr ernst.

Das Bündnis „Widersetzen" hat angekündigt, Straßen rund um das Messegelände zu blockieren, damit der Parteitag nicht stattfinden kann. Dagegen wehren sich Innenminister Georg Maier und die Polizei: Sie sagen, Versammlungsfreiheit gelte für alle, auch für die AfD. Der frühere Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagt dazu: „Ich lehne jede Form von selbst legitimierter Gewalt ab." Er ruft nur zu friedlichen Protesten auf. Auch die Polizeiführung betont, friedliche Demonstrationen würden geschützt und begleitet.