Die äthiopische Spitzensportlerin Gudaf Tsegay darf vier Monate lang nicht an Wettkämpfen teilnehmen, weil in einer Dopingkontrolle ein bestimmter Wirkstoff gefunden wurde.

Was ist passiert? Bei einer Trainingskontrolle im Dezember haben die Doping-Experten einen Stoff namens Letrozol bei Tsegay entdeckt. Solche Kontrollen finden außerhalb von Wettkämpfen statt, zum Beispiel beim Training. Letrozol ist eigentlich ein Medikament, das Ärzte vor allem bei Krebs einsetzen, weil es den Östrogenspiegel im Körper senkt. Im Leistungssport steht dieser Stoff aber auf der Verbotsliste, weil er den Körper beeinflussen kann. Die unabhängige Kontrollstelle AIU hat Tsegay deshalb für vier Monate gesperrt.

Wer hilft ihr? Tsegay hat den Gebrauch des Stoffes sofort zugegeben und medizinische Unterlagen eingereicht, um zu zeigen, dass sie das Mittel aus gesundheitlichen Gründen genommen hat. Der Leichtathletik-Weltverband hat ihr deshalb rückwirkend eine sogenannte medizinische Ausnahmegenehmigung gegeben. Das bedeutet: Der Verband akzeptiert, dass es einen medizinischen Grund für die Einnahme gab. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA sah das allerdings anders und lehnte die Anerkennung ab. Deshalb kam am Ende doch die Sperre zustande.