An einem Tag sind 710 Menschen in kleinen Booten von Frankreich nach England gefahren – so viele wie noch nie in diesem Jahr.
An einem Montag im Juni haben laut britischer Regierung 710 Menschen den Ärmelkanal überquert. Sie sind in kleinen Schlauchbooten von Nordfrankreich nach Südengland gefahren. Der Kanal ist an seiner engsten Stelle ungefähr 33 Kilometer breit – das klingt kurz, aber die Fahrt ist wegen Wellen und Kälte sehr gefährlich. Viele tragen Schwimmwesten, manche Boote sind überfüllt.
Damit ist die Zahl der Menschen, die in diesem Jahr über den Kanal nach Großbritannien gekommen sind, auf fast 10 000 gestiegen. Im Vergleich zum letzten Jahr sind das aber etwa 40 Prozent weniger Überfahrten.
Großbritannien und Frankreich haben im April ein Abkommen unterschrieben. Dabei soll es mehr Polizei und Grenzschutz in Nordfrankreich geben, damit weniger Boote starten. London hat außerdem mehr Geld für die Bekämpfung der Bootsüberfahrten bereitgestellt. Auch Seenotretter und Hilfsorganisationen auf beiden Seiten der Meerenge versuchen, Menschen aus Seenot zu bergen.
