Seit 1986 streiten Historiker darüber, wie Deutschland an den Holocaust erinnern soll, und dieser Streit ist bis heute nicht vorbei.
Was ist passiert? Vor 40 Jahren hat ein Geschichtsprofessor namens Ernst Nolte einen Artikel geschrieben, in dem er sagte, der Holocaust sei nicht einzigartig. Er hat den Massenmord an den Juden mit anderen Verbrechen verglichen. Ein berühmter Philosoph, Jürgen Habermas, hat ihm geantwortet: Wenn wir den Holocaust mit allem vergleichen, wird er klein geredet. Habermas hat den Satz 'Auschwitz schrumpft auf das Format einer technischen Innovation' geschrieben. Der Streit wurde so wichtig, dass er einen eigenen Namen bekommen hat: der Historikerstreit. Inzwischen sind sich die meisten Expertinnen und Experten einig, dass die Ermordung von sechs Millionen Juden etwas Besonderes ist und nie relativiert werden darf.
