Im Juni ist die Wirtschaftsstimmung in Österreich weiter gesunken – gleichzeitig erwarten Experten aber, dass die Inflation in den nächsten Jahren deutlich zurückgeht.
Was ist passiert? Der Konjunkturindikator der Bank Austria ist im Juni auf minus 1,8 Punkte gefallen, nachdem er im Mai noch bei minus 1,4 lag. Das klingt technisch, bedeutet aber: Die Wirtschaftslage wird von Expertinnen und Experten schlechter eingeschätzt als zuletzt. Besonders die Industrie hat mit fehlenden Aufträgen und hohen Energie- und Personalkosten zu kämpfen. Auch im Dienstleistungssektor – also zum Beispiel in Hotels, Restaurants oder Reisebüros – geben die Leute weniger Geld aus, weil sie sich Sorgen um ihren Job und steigende Preise machen. Die Arbeitslosigkeit in Österreich soll heuer auf 7,5 Prozent steigen, also etwas mehr als letztes Jahr.
Wer hilft? Die Europäische Zentralbank (EZB) beobachtet die Lage genau. Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria, erwartet, dass die EZB im September den Leitzins um 0,25 Prozent anhebt. Das ist der Zinssatz, den Banken für Geld von der EZB zahlen. Danach soll der Zins bei 2,50 Prozent bleiben. Die EZB versucht so, die Inflation zu kontrollieren, also dafür zu sorgen, dass die Preise nicht zu schnell steigen. Außerdem rechnen die Ökonomen damit, dass die Inflation in Österreich dieses Jahr von 3,4 auf 3,2 Prozent sinkt und 2027 weiter auf rund 2 Prozent fallen könnte – vorausgesetzt, die Energiepreise bleiben stabil.
