In Innsbruck können Ärzt:innen Eierstockgewebe einfrieren, damit krebskranke Mädchen später vielleicht Kinder bekommen können – doch das passiert bisher selten.
Wenn Kinder oder Jugendliche eine schwere Krankheit wie Krebs bekommen, dreht sich in der Klinik erst einmal alles ums Überleben. Die Ärzt:innen kämpfen darum, dass die Patient:innen gesund werden. Dabei kann es aber passieren, dass die Therapie – zum Beispiel eine Chemo – die Eierstöcke schädigt. Ohne Hilfe können diese Mädchen später vielleicht keine Kinder mehr bekommen. Genau hier setzt der Fertilitätsschutz ein: ein Stück Eierstockgewebe wird entnommen, eingefroren und aufbewahrt, bis die Patientin es vielleicht später braucht.
In Innsbruck gibt es ein spezielles Team, das sich genau darum kümmert. Dazu gehört Bettina Böttcher, eine Ärztin für Frauenheilkunde und Hormonmedizin. Sie sagt, dass früher fast nur das Überleben zählte: „Die Fertilität und damit verbundene Beratungen spielten so gut wie keine Rolle, sondern es ging primär ums Überleben der jungen Patientinnen.“ Das bedeutet: Über Fruchtbarkeit wurde mit den Familien kaum gesprochen, obwohl es technisch möglich gewesen wäre, etwas zu tun. Ein Bericht über 18 Jahre zeigt, dass nur ein sehr kleiner Teil der betroffenen Kinder tatsächlich diese Hilfe bekam.
