Im April sind in Deutschland deutlich weniger Industrieaufträge eingegangen als erwartet, unter anderem wegen des Kriegs im Nahen Osten.
Was ist passiert? Das Statistische Bundesamt hat am Montag (08.06.2026) im Programm Deutschlandfunk berichtet, dass die Industrieaufträge im April um 3,8 Prozent im Vergleich zum März gesunken sind. Fachleute hatten nur mit einem Rückgang von 2,0 Prozent gerechnet, also fast mit der Hälfte. Besonders stark betroffen waren Branchen, die viel Öl und Energie brauchen, zum Beispiel die Autoindustrie (-5,3 Prozent) und der Maschinenbau (-7,4 Prozent). Auch Hersteller von elektrischer Ausrüstung trafen die Aufträge hart: minus 16,3 Prozent.
Der Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer erklärt sich den Einbruch so: Im März, dem ersten Monat des Iran-Kriegs, haben viele Firmen aus Angst vor Lieferproblemen noch schnell Bestellungen aufgegeben. Diese Vorzieheffekte haben die April-Zahlen nun noch schwächer aussehen lassen, weil Bestellungen fehlten, die sonst jetzt gekommen wären. Dazu kommt: Die Energiepreise sind durch den Krieg gestiegen, und immer mehr Firmen melden Engpässe bei Vorprodukten – im Mai waren es laut Ifo-Institut schon 15,9 Prozent der Betriebe.
