In Kronstorf in Oberösterreich haben Hunderte Menschen gegen den Bau eines riesigen Google-Rechenzentrums protestiert – und die Debatte über Umweltauflagen ist jetzt in der Politik angekommen.

Was ist passiert? In Kronstorf baut Google gerade ein riesiges Rechenzentrum, also eine Art riesige Computerfabrik für das Internet. In der ersten Ausbauphase soll es so viel Strom verbrauchen wie 375.000 Haushalte zusammen. Wenn alles fertig gebaut wird, könnte es sogar ein Drittel des gesamten Stroms von Oberösterreich verbrauchen. Außerdem soll das Rechenzentrum warmes Kühlwasser in den Fluss Enns leiten. Viele Anwohnerinnen und Anwohner finden das zu viel und haben deshalb am Freitag vor der Baustelle protestiert – nach Angaben der Veranstalter kamen 300 bis 400 Menschen.

Wer hilft jetzt weiter? Mehrere Umweltorganisationen wie Global 2000, Ökobüro, WWF und Virus fordern, dass solche Rechenzentren in Zukunft eine richtige Umweltprüfung durchlaufen müssen. Politikerinnen und Politiker von SPÖ und Grünen haben angekündigt, im Parlament einen Antrag zu stellen, um diese Lücke im Gesetz zu schließen. Energiestaatssekretärin Elisabeth Zehetner von der ÖVP findet hingegen, dass eine pauschale Pflicht zur Umweltprüfung der falsche Weg sei, weil die Projekte schon jetzt in mehreren anderen Gesetzen geprüft würden.