In Russland gibt es aktuell fast überall zu wenig Benzin und Diesel – die Regierung hat deshalb den Export von Diesel verboten.
In vielen Teilen Russlands ist Kraftstoff knapp. An Tankstellen bilden sich lange Schlangen, oft mehrere Kilometer. Manche Stationen haben gar keinen Sprit mehr, andere verkaufen nur eine bestimmte Menge pro Auto. Das liegt nach offiziellen Angaben unter anderem daran, dass Raffinerien – also Fabriken, die aus Rohöl Benzin und Diesel herstellen – durch Drohnenangriffe beschädigt wurden. Dazu kommt, dass im Sommer wegen der Ernte mehr Diesel gebraucht wird und viele Menschen mit dem Auto unterwegs sind. Die Krise fing auf der Krim an und hat sich dann fast über das ganze Land ausgebreitet. Medienberichten zufolge sind mehr als 90 Prozent der Regionen betroffen.
Die russische Regierung versucht jetzt, die Lage zu beruhigen. Sie hat den Export von Diesel ins Ausland verboten, damit mehr Treibstoff im Land bleibt. Schon im April gab es ein ähnliches Verbot für Benzin. Vizeministerpräsident Alexander Nowak erklärt, die Regierung wolle damit die Lieferungen auf den Binnenmarkt erhöhen. Außerdem werden Preise an den Börsen gedeckelt, also nach oben begrenzt, Raffinerien sollen Wartungen verschieben, und Russland importiert zusätzlichen Kraftstoff. Präsident Wladimir Putin hat zudem angeordnet, dass große Ölkonzerne übrig gebliebenen Sprit an kleinere Tankstellen weitergeben, statt ihn für ihre eigenen Netze zu horten.
