In Nordrhein-Westfalen haben Straßenbahnen in letzter Zeit mehr Unfälle als sonst, und die Betriebe in Köln, Düsseldorf, Bielefeld und dem Ruhrgebiet suchen mit neuer Technik und besseren Regeln dagegen anzugehen.

Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hat ergeben, dass große Nahverkehrsbetriebe in NRW die Entwicklung mit Sorge sehen. Allein die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) haben 2025 insgesamt 543 Unfälle mit Stadtbahnen gezählt. Bei der Düsseldorfer Rheinbahn kam es seit November zu einer ganzen Unfallserie mit vier Entgleisungen, darunter eine Kollision zweier Bahnen mit 30 Verletzten Ende Mai. Auch in Bielefeld sind die Zahlen in den letzten drei Jahren leicht gestiegen. Als Hauptgrund nennen die Unternehmen vor allem Autofahrerinnen und Autofahrer, die beim Linksabbiegen die Straßenbahnen übersehen oder ignorieren.

Die Betriebe bleiben aber nicht untätig. Die Rheinbahn lässt ihre Stadtbahnen testweise rote Fronten bekommen, damit sie im Straßenbild besser auffallen, und erprobt ein Assistenzsystem, das Hindernisse erkennt und den Fahrer warnt. Bei der KVB läuft ein neues Kollisionswarnsystem, das in alle neuen Bahnen eingebaut werden soll. In Bielefeld wurden Ampelschaltungen an kritischen Kreuzungen so umgestellt, dass abbiegende Autos den Bahnen nicht mehr in die Quere kommen. Zusätzlich schulen die Betriebe ihre Fahrerinnen und Fahrer intensiver, etwa mit neuen Fahrsimulatoren bei der KVB.