Apple und die EU streiten sich über neue Regeln für große Tech-Firmen – deshalb bekommst du in Europa die neue Siri mit KI vorerst nicht auf dein iPhone.

Apple hat letzte Woche eine neue Version von Siri gezeigt, die mit künstlicher Intelligenz (KI) viel mehr kann als bisher. Sie soll zum Beispiel deine Mails kennen, Unterhaltungen verstehen und Kontakte richtig zuordnen. In den USA, China und vielen anderen Ländern wird die neue Siri schon bald auf iPhones laufen – in der EU aber vorerst nicht. Apple sagt: Das liegt an den EU-Regeln. Die EU sagt: Nein, das liegt an Apple. Wer hat recht? Schauen wir es uns an.

Seit 2022 gibt es in der EU ein Gesetz namens Digital Markets Act (kurz: DMA). Es ist dafür da, dass große Tech-Firmen – die sogenannten „Gatekeeper" – faire Bedingungen für kleinere Anbieter schaffen müssen. Apple wird auf dem Markt für iPhones und iPads als solcher Gatekeeper eingestuft, weil das Unternehmen in Europa rund 40 Prozent Marktanteil hat. Das bedeutet: Andere Anbieter von KI-Assistenten müssen theoretisch genauso gut auf dein iPhone kommen dürfen wie Apples eigene Siri. Apple findet: Wenn die Daten deines iPhones an andere KI-Firmen weitergegeben werden müssten, wäre das ein großes Risiko für deine Privatsphäre. Deshalb wollte Apple für mindestens 18 Monate eine Ausnahme von dieser Regel.