Eine Studie zeigt: Menschen, die eine schwere Krebsbehandlung überstehen, glauben zwar oft, sie seien daran gewachsen – messbar ist davon aber wenig zu sehen.

Du kennst den Spruch: «Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.» Er stammt von Friedrich Nietzsche und klingt tröstlich. Forscherinnen und Forscher haben jetzt aber 187 Menschen nach einer sehr belastenden Blutkrebsbehandlung zweimal befragt – einmal im Spital und fünf Monate später.

Das Ergebnis: Im Durchschnitt ging es den Befragten in mehreren Bereichen eher schlechter als besser. Trotzdem sagten sie im Rückblick, sie seien gewachsen. Die Psychologin Franca Cerutti erklärt in der «NZZ am Sonntag», warum das kein Widerspruch sein muss.

Unser Gehirn erinnert sich ungern daran, wie es uns früher genau ging. Darum können wir schlecht einschätzen, ob wir wirklich «gewachsen» sind. Die Studie erfasst also vor allem den Glauben an das eigene Wachstum, nicht das gemessene Ergebnis.

Das heisst nicht, dass Krisen sinnlos sind. Viele Menschen finden danach tatsächlich neue Perspektiven. Wichtig ist nur: Niemand muss sich schlecht fühlen, wenn das «Wachstum» ausbleibt – und niemand sollte zu schnellen Reifungserwartungen gedrängt werden.

Warum ist das für dich wichtig?

Auch in deinem Alter gibt es Situationen, in denen dir Leute sagen, du müsstest daran «wachsen». Die Studie hilft dir, solche Erwartungen kritisch einzuordnen.