In Oberösterreich hat eine Mitarbeiterin des Landes möglicherweise in mehreren Fällen den österreichischen Pass illegal vergeben – die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt.
Was ist passiert? In Linz ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen eine ehemalige Mitarbeiterin des Landes Oberösterreich. Sie soll mindestens vier Personen den österreichischen Pass gegeben haben, obwohl die Voraussetzungen dafür anscheinend nicht erfüllt waren. Das Land hat den Verdacht zuerst selbst gemeldet, nachdem Beamte des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl bei einer Registerabfrage über einen Tschetschenen stutzig geworden waren. Dann fanden interne Prüfungen drei weitere Verdachtsfälle – bei Syrern, die im Mai, Juni und Dezember des Vorjahres eingebürgert wurden. Der jüngste bekannte Fall betrifft einen Tschetschenen aus dem März 2026.
Wer hilft? Die Staatsanwaltschaft Linz hat die Ermittlungen wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch übernommen und die Polizei beauftragt, den Fall zu untersuchen. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft hat die Vorwürfe am Donnerstag bestätigt. Das Land Oberösterreich hat selbst eine sogenannte Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft geschickt – das bedeutet: Die Behörde zeigt den möglichen Missstand aktiv an und arbeitet mit den Ermittlern zusammen. Die Mitarbeiterin ist nicht mehr beim Land beschäftigt.
