Die Filmfestspiele Venedig verzichten 2026 auf die Pressekonferenz der internationalen Jury.

Was ist passiert? Beim Filmfestival Venedig fällt in diesem Jahr die Pressekonferenz der Jury aus – also das Treffen, bei dem Reporterinnen und Reporter der Jury normalerweise Fragen stellen. Grund ist die angespannte Stimmung wegen des Gaza-Konflikts. Bei früheren Ausgaben, etwa unter Jurypräsident Wim Wenders, hatte das Thema immer wieder für Diskussionen gesorgt. Auch in Cannes und Berlin waren Jury-Pressekonferenzen in den letzten Jahren politisch aufgeheizt. Leiten wird die Jury diesmal der US-Regisseur Alexander Payne, zu den Mitgliedern gehört unter anderem die tunesische Filmemacherin Kaouther Ben Hania, die 2024 mit einem Film über ein getötetes palästinensisches Mädchen den zweitwichtigsten Preis des Festivals erhielt.

Wer hilft? Die Festivalleitung um Alberto Barbera versucht, die Jury mit der Absage zu schützen. Ziel ist, dass die Jury sich auf das Programm konzentrieren kann und nicht in politische Grabenkämpfe gerät. Pressekonferenzen sind nicht verpflichtend – sie sind eine Tradition, die Festivals nach eigenem Ermessen aussetzen können, wenn die Lage es erfordert. In anderen Jahren haben Veranstalter ähnliche Schritte gewählt, um Diskussionen zu entschärfen und Reporterinnen und Reportern die Möglichkeit zu geben, mit der Jury auf anderen Wegen zu sprechen.