Die US-Regierung hat dem KI-Unternehmen Anthropic verboten, zwei seiner Modelle weiter an ausländische Nutzerinnen und Nutzer zu liefern – und das Unternehmen geht jetzt vor Gericht dagegen vor.

Was ist passiert? Das KI-Unternehmen Anthropic musste seine Modelle Fable 5 und Mythos 5 weltweit abschalten, zumindest für alle, die keine US-Staatsbürger sind. Grundlage ist eine Anordnung der US-Regierung, die am 12. Juni 2026 bei Anthropic einging. Hintergrund ist ein Bericht, demzufolge es gelungen sein soll, die Sicherheitsvorgaben der Modelle mit einem sogenannten Jailbreak zu umgehen – also die KI dazu zu bringen, Dinge zu tun, die sie eigentlich nicht tun soll. Weil Anthropic nicht in Echtzeit zwischen US- und Nicht-US-Nutzern unterscheiden konnte, wurden beide Modelle komplett gesperrt. Andere Modelle von Anthropic, etwa der Chatbot Claude, sind davon aber nicht betroffen.

Wer hilft, und was passiert gerade? Anthropic selbst wehrt sich juristisch und hat zwei Klagen eingereicht, eine in Kalifornien, eine in Washington. Das Unternehmen sagt: Die Sicherheitsvorkehrungen in Fable 5 seien monatelang getestet worden, gemeinsam mit US-Behörden, dem britischen KI-Sicherheitsinstitut AISI und unabhängigen Organisationen. Die beschriebene Schwachstelle sei klein und könne auch bei anderen öffentlich verfügbaren Modellen wie GPT-5.5 von OpenAI ausgenutzt werden, die aber keinem vergleichbaren Exportverbot unterlägen. In Deutschland hat sich zudem die Grünen-Netzpolitikerin Süleyman Zorba zu Wort gemeldet und vor einer Abhängigkeit Europas von US-Cloud-Diensten gewarnt. Auch Tech-Investor David Sacks, ein früherer KI-Berater der US-Regierung, hat bestätigt, dass die Regierung lediglich Hinweise auf einen möglichen, nicht aber einen bestätigten Jailbreak hatte.