Stell dir vor, du buddelst ein Loch und findest ein 4.000 Jahre altes Grab – genau das ist Archäologen in der Uckermark passiert, als sie vor dem Ausbau einer Bahnstrecke den Boden untersuchten.

Sechs Jahre lang haben Forscherinnen und Forscher jeden Meter der künftigen Bahntrasse zwischen Angermünde und Stettin unter die Lupe genommen. Mit Drohnen, Laserscannern und Magnetmessungen spürten sie verborgene Spuren im Boden auf. Ihr Ziel: Wertvolle Bodendenkmäler retten, bevor die Bagger der Deutschen Bahn anrücken.

Der spektakulärste Fund gelang bei einem Dorf namens Casekow. Dort stießen die Archäologen auf den größten Friedhof der frühen Bronzezeit, der je in Brandenburg entdeckt wurde. Rund 30 Menschen waren dort vor etwa 4.200 Jahren bestattet worden – alle in derselben Haltung: auf der rechten Seite liegend, die Knie angezogen, den Kopf nach Osten. „Wir haben hier also ein einheitliches Bestattungsritual, das am Ende der Steinzeit ausgeführt wurde“, erklärt Forschungsleiter Michael Müller.