Die Ukraine hat ein neues Ehrenmal in Kiew beschlossen, das auch umstrittene Nationalkämpfer ehren soll – darüber ärgern sich Polen und Israel.
Was ist passiert? Das Parlament in Kiew hat mit klarer Mehrheit für ein Gesetz gestimmt, das in der Hauptstadt ein großes Ehrenmal, das sogenannte Pantheon, möglich machen soll. Dort sollen berühmte Ukrainerinnen und Ukrainer aus vielen Jahrhunderten geehrt werden. Präsident Selenskyj hat das Gesetz als „dringlich" bezeichnet und will es sofort unterschreiben. Nach der Abstimmung sprach er von einem „wichtigen Schritt".
Das Problem: Zu den Personen, die dort geehrt werden sollen, gehören auch Mitglieder der sogenannten UPA. Das war eine Untergrundarmee im Zweiten Weltkrieg. Während der Besetzung durch Nazi-Deutschland haben UPA-Kämpferinnen und -Kämpfer Massenmorde an Polen und Jüdinnen und Juden verübt. Zehntausende Menschen wurden getötet. Für die Ukraine sind diese Leute heute Freiheitskämpfer, für Polen und Israel sind es Verbrecher. Deshalb gibt es Streit.
