US-Präsident Trump hat im Fernsehen schwere Vorwürfe gegen China erhoben – doch vieles davon ist umstritten.

Am späten Donnerstagabend hat US-Präsident Donald Trump eine etwa halbstündige Rede im Weißen Haus gehalten. Dabei hat er behauptet, China habe die Wahl 2020 zugunsten von Joe Biden manipuliert. Er sprach von gestohlenen Daten und „schockierenden Schwachstellen" im US-Wahlsystem. China hat diese Vorwürfe klar zurückgewiesen und gesagt, man mische sich nicht in US-Wahlen ein. Eine offizielle US-Geheimdienstbewertung aus dem Jahr 2021 kam zu dem Schluss, dass China Einmischung erwog, aber nicht umsetzte. Viele Expertinnen und Experten sagen, Trumps Behauptungen seien nicht belegt. Die in den USA vorhandenen Wählerdateien sind zudem oft öffentlich zugänglich und können legal gekauft werden, etwa von Wahlkampf-Teams.

In den USA gibt es unabhängige Gerichte, Faktenchecker und Forscherteams, die solche Aussagen prüfen. Das Bipartisan Policy Center hat etwa festgestellt, dass nicht-berechtigte Personen in US-Wahlen extrem selten vorkommen und niemals ein Ergebnis verändert haben. Auch der ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen und die USA-Expertin Christiane Lemke haben im deutschen Fernsehen gesagt, die Vorwürfe seien „falsch". Der Kongress, die Presse und mehrere Bundesstaaten stellen sich gegen Teile von Trumps Plänen. Gegen Trumps Versuche, Wahlen zu beeinflussen, laufen aktuell zahlreiche Gerichtsverfahren. Außerdem weigerten sich die großen TV-Sender NBC und ABC, die Rede live zu zeigen – ein Zeichen, dass es in den USA noch freie Medien gibt, die nicht alles ungeprüft senden.