Der Regisseur Wichaya Artamat aus Bangkok zeigt bei den Wiener Festwochen ein Stück, in dem kleine Gegenstände auf einem Tisch gegen ihren Regisseur aufbegehren.
Stell dir vor, du baust auf zwei Tischen eine ganze Welt aus winzigen Dingen auf: Bäume, Tiere, Pizza, eine Discokugel, einen Reiskocher und sogar einen Wecker. Genau das hat der thailändische Künstler Wichaya Artamat für sein Stück „Juggle & Hide" im Theater Hamakom gemacht, das bei den Wiener Festwochen läuft. Eine kleine Spielzeugeisenbahn fährt mit einer Handykamera rundherum und überträgt alles auf eine große Leinwand, damit das Publikum die Details gut sehen kann. Die Bühne erinnert ein bisschen an den Film „Toy Story", weil eine kleine Lampe wie das Logo der Trickfilmfirma Pixar blinkt.
Im Stück geht es um Thailand, das Land, in dem Artamat geboren wurde. Er wurde 1985 geboren und hat in seiner Heimat miterlebt, wie das Militär mehrfach die Regierung übernommen hat. In seiner Inszenierung zeigt er auf einer Zeitleiste, was in Thailand passiert ist: Aufstände, Wahlen und leider auch schlimme Gewalt, etwa das Massaker an einer Universität im Jahr 1976. Weil es in Thailand strenge Strafen gibt, wenn jemand die königliche Familie kritisiert, muss man in der Kunst oft kreativ sein. Deshalb benutzt Artamat Gegenstände als Symbole: Ein Ventilator steht zum Beispiel für den König.
